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9月2日
Metacomet Kein Indianerführer wird einem Sieg über die ersten britischen Siedler so nahe kommen wie Metacomet, Häuptling der Wampanoag an der Nordostküste Amerikas. Zwar hat sein Vater bereits 1621 einen Friedensvertrag mit den Weißen geschlossen, doch Metacomet - den die Briten King Philip nennen - erkennt, daß sein Volk auf die Dauer mit den Einwanderern, die sich in viele Belange der Wampanoag einmischen, nicht friedlich zusammenleben kann. 1676 schließen sich nahezu alle Indianerstämme im Süden des heutigen New England unter Metacomet zusammen und greifen die englischen Siedlungen an. Von 90 Ortschaften brennen sie 52 nieder; 600 Europäer kommen um. Doch schon bald wendet sich das Blatt. Zunächst schicken die Briten Verstärkung zu den Siedlungen und schlagen die Indianer zurück. Nachdem die Soldaten im Juli Metacomets Frau und Sohn gefangen genommen haben, bricht der Aufstand der Indianer zusammen. Am 12. August 1676 spüren Häscher Metacomet in einem Wald am Mount Hope auf und vierteilen ihn bei lebendigem Leibe. Seinen abgeschlagenen Kopf bringen sie in die Hafenstadt Plymouth und präsentieren ihn dort 20 Jahre lang zur Abschreckung.
Sa Ga Yeath Qua Pieth Tow 1710 landet im Londoner Hafen ein Schiff mit exotischen Gästen: Vier Indianerführer gehen von Bord, darunter Sa Ga Yeath Qua Pieth Tow, ein Häuptling der Mohawk. Seit acht Jahren führen die Briten in dessen Heimat am Ontario-See Krieg gegen die Franzosen. Die Mehrheit der Mohawk kämpft bereits auf Seiten Londons. Jetzt hat Königin Anna die Indianer nach England eingeladen, um das Bündnis zu festigen. Sie läßt den Gästen Englands Errungenschaften vorführen - lädt den Mohawk-Häuptling beispielsweise in die Oper ein - und gibt einem Maler den Auftrag, ihn zu portraitieren. Der Plan geht auf: Sa Ga Yeath Qua Pieth Tow bekräftigt den Pakt mit den Engländern - eine Allianz, die fast 70 Jahre lang halten wird, bis zu seinem Enkel Joseph Brant. Im Gegenzug befiehlt die Königin, am Mohawk River ein Fort zu bauen, das die Indianer vor Angriffen der Franzosen schützen soll. Tatsächlich leben die Mohawk lange in relativer Sicherheit - bis zum Ende des Unabhängigkeitskrieges 1783; Nach dem Sieg der Kolonisten über die Briten flüchten die Mohawk nach Kanada. Sa Ga Yeath Qua Pieth Tow aber war bereits kurz nach seiner Rückkehr aus Europa gestorben.
Tescumseh Tecumsehs Vision ist der Albtraum der Weißen. Mit einer Union der Indianer will der Häuptling der Shawnee den Vormarsch der Siedler stoppen. Auslöser ist ein unfairer Handel: 1809 kauft William Harrison, Gouverneur von Indianer und späterer US-Präsident, mehreren Häuptlingen eine Million Hektar Land gegen Waren im Wert von 7000 Dollar und eine jährliche Zahlung von 1750 Dollar ab. Aus Protest schließen sich Indianer aus mindestens 17 Stämmen Tecumsehs Einigungsbewegung an, darunter Krieger der Ottawa, der Kickapoo, der Potawatomi. Kein Volk soll künftig ohne Einwilligung der anderen Land verkaufen dürfen. Innerhalb kurzer Zeit formt Tecumseh einen der größten Indianerbünde der Geschichte - eine Allianz, die von den Großen Seen bis zum Golf von Mexiko reicht, von der Ostküste bis zum Mississippi. Doch der Zusammenschluß übersteht schon seine erste Prüfung nicht. 1811 befiehlt Tecumsehs Bruder Tenskwatawa vorschnell einen Angriff auf Harrisons Truppen - und verliert den Kampf; das Bündnis bricht auseinander. Dennoch kämpft Tecumseh weiter gegen die Amerikaner - nun als Verbündeter der Briten. Er fällt in einer Schlacht am 05. Oktober 1813.
Maquinna Schaut nach, was diese Leute hier wollen!, befiehlt Maquinna, Häuptling der Nootka im Nordwesten, als im März 1778 die Discovery des englischen Entdeckers James Cook vor Vancouver Island Anker wirft. Zur Begrüßung der Fremden legt er einen Umhang aus Seeotterpelz an. Cook ist von der Schönheit des Pelzes so angetan, daß die beiden einen Handel mit Fellen beginnen. Innerhalb von 25 Jahren wird aus Yuquot, dem bescheidenen Sommerlager der Indianer an der Küste, der weltgrößte Umschlagplatz für Otter-, Biber-, Marder- und Nerzfelle. Der umsichtige Maquinna hat daran entscheidenden Anteil: Er unterweist sein Volk in den Handelsabläufen, sorgt dafür, daß die Preise stabil bleiben, und kümmert sich um gute Beziehungen zu den Kapitänen - bis 1803, als ihn der Skipper eines Handelsschiffes der Lüge bezichtigt. Daraufhin läßt Maquinna ihn und die ganze Mannschaft niedermetzeln. Fortan meiden die Weißen die Küste von Yuquot. Der Handel stagniert - auch, weil die Seeotter fast ausgerottet sind. Um 1820 wird Maquinna bei einer Familienfehde von seinem Onkel ertränkt. Von den Nootka sterben noch vor 1881 mehr als zwei Drittel an eingeschleppten Krankheiten.
Osceola Schon als Kind muß Osceola vom Volk der Creek mit seinen Eltern zu den Seminole flüchten. Noch einmal will er sich nicht vertreiben lassen: Als die Regierung beschließt, auch die Seminole umzusiedeln, führt er den Stamm 1835 in den längsten Indianerkrieg gegen die US-Army östlich des Mississippi. Gleich zu Beginn tötet Osceola zwei seiner erbittertsten Feinde: einen Seminole-Häuptling, der seinen Stammesgebiet aufgeben will, und einen Indianerbeauftragten. In den folgenden zwei Jahren haben die US-Truppen gegen den gewieften Taktiker keine Chance: Mit Guerilla-Attacken überwältigen Seminole-Krieger die Soldaten oder locken sie ins Sumpfland der Everglades. Liberale Nordstaatler wenden sich gegen den Krieg in Florida, feiern Osceola gar als Indian Gentleman. Bei Friedensverhandlungen 1837 nimmt ein US-General den Anführer der Seminole wider alle Vereinbarungen gefangen. Drei Monate später stirbt Osceola an Malaria; sein Volk wird in Reservate nach Arkansas und Oklahoma geschickt. 1970 spricht die Indian Claims Commision den Seminole zwölf Millionen US-Dollar Entschädigung für ihr verlorenes Land zu.
Keokuk Keokuk kämpft nicht gegen die Weißen, sondern verfolgt eine andere Taktik, um sein Volk am Rock River im heutigen US-Staat Illinois den Frieden zu erhalten: Während sein Rivale Black Hawk die Amerikaner bekriegt, schmeichelt Keokuk sich bei den US-Generälen ein. Für die Widerständler unter seinen Stammesgenossen ist er ein Verräter, doch ein großer Teil der Sauk und Fox steht hinter ihm. Mithilfe der Armee baut er seine Führungsposition aus, besänftigt die Zweifler mit Geschenken und bringt seine Gegenspieler mit Intrigen zu Fall. 1813 erreicht Keokuk sein Ziel: Die Sauk und Fox wählen ihn zum Häuptling. Keokuks guter Draht zu den Generälen bewahrt das Volk zwar vor Krieg und Hunger - doch das ist bitter erkauft: Um 1840 müssen die Sauk und Fox nach Iowa umsiedeln. Selbst da wirbt Keokuk noch um Geduld - womöglich, weil er an den Landverkäufen gut verdient. Schließlich muß er mit seinen Leuten in ein Reservat nach Kansas umziehen. Dort stirbt der Häuptling der Sauk und Fox 1848 als wohlhabender, aber von vielen in seinem Volk verachteter Mann.
Geronimo Geronimo wurde im Jahre 1823 geboren. Sein Vater nannte ihn "Gokhlayeh" ("Einer, der gähnt"), weil er als Kind immer ausgiebig gegähnt hatte. Da sich für die Mexikaner das Wort "Gokhlayeh" schwer aussprechen ließ, bildeten sie das Wort zu Geronimo um. 1858 wurden seine Mutter, seine Frau und seine drei Kinder von mexikanischen Truppen des Militärgouverneus von Sonora, General Jose Maria Carrasco, umgebracht. Von nun an schwörte Geronimo, der vormals ein guter Vater und zärtlicher Ehemann war, Rache. Er unterstellte sich dem Häuptling der Chiracuahuas-Apachen, namens Cochise. Mit seinen Indianern griff er als erstes die Stadt Sonora an, und tötete in seiner Wut eine große Zahl von Soldaten. Geronimo begab sich nun jedes Jahr nach Mexiko und kehrte jedes Mal siegreich zu seinen Stamm zurück. Als der Oberhäuptling Cochise starb, übernahm dessen ältester Sohn dieses Amt, und Geronimo wurde zum Kriegshäuptling gewählt. 1876 wurde er zum ersten Mal ins San-Carlos-Reservat eingewiesen. Doch im Vergleich zu seiner alten Heimat, erwies sich das Reservat als eine öde und trockene Gegend. Verständlich, dass es Geronimo dort nicht lange aushielt und nach Mexiko verschwand. In den folgenden Jahren hielt er sich dann sowohl in Mexiko, als auch im San-Carlos-Reservat auf. Als er im Jahre 1881 davon hörte, dass er von den Amerikanern verhaftet werden sollte, floh er zunächst endgültig mit 74 Anhängern nach Mexiko. Ca. ein Jahr später schloss er sich dem Kriegshäuptling der Mimbreno, namens Nana an, und 1883 überredete General George Crook Geronimo, wieder nach San Carlos zu kommen, was er 1884 auch tat. Da Geronimo aber befürchtete, wieder verhaftet zu werden, ging er am 17. Mai 1885 abermals nach Mexiko. Jetzt musste er sich ca. ein Jahr lang gegen 3000 Soldaten zu Wehr setzten, und das mit 100 Frauen und Kindern, und nur 34 Kriegern. Als Geronimo in der Sierra Madre aufgespürt wurde, willigte er in ein Treffen mit General Crook ein, das am 25. März 1886 statt fand. Obwohl sich Crook und Geronimo einig waren, verschwand er wieder - wahrscheinlich unter Alkohol- einfluss - mit 18 Frauen und Kinder, und 20 Kriegern nach Mexiko. General Neslon A. Miles, der Crook ablöste, nahm am 12. April 1886 die Verfolgung auf. Auf Geronimo waren nun 2000 Dollar Belohnung ausgesetzt. Inzwischen wurde seine Familie und andere Chiracahua-Apachen nach Florida deportiert. Nachdem Geronimo zugesichert wurde, dass er in Florida bei seiner Familie leben könne, ergab er sich am 4. September 1886. Dort verbrachte er 3 Jahre im Gefängnis. Im Jahre 1894 wurde er nach Fort Sill in Oklahoma ins Indianerterritorium gebracht, ohne das er zuvor Kontakt zu seiner Familie hatte. Ca. 20 Jahre lebte er dort. In dieser Zeit präsentierte man ihn als "Ausstellungsstück" bei der Parade von Präsident Roosevelt und bei der Weltausstellung in St. Louis. Sein Wunsch, noch einmal in seine Heimat zurückzukehren, bevor er stirbt, wurde nicht erfüllt. Geronimo war der Indianer, der sich der US-Regierung am längsten widersetzte. Er starb am 17. Februar 1909.
Washakie Ihr dürft nicht gegen die Weißen kämpfen. Ich rate nicht nur davon ab, ich verbiete es euch! So versucht Washakie 1862 die Shoshone von Überfällen auf Siedlertrecks im Great Basin abzuhalten. Denn der Häuptling ist überzeugt, daß sein Volk die Immigranten nicht besiegen kann. Also kooperiert er mit ihnen: Seine Wind-River-Shoshone lassen Pioniere durch ihr Land ziehen und kämpfen an der Seite der Army gegen die Sioux, auch 1876 am Little Bighorn. Zunächst zeigt sich die Regierung erkenntlich: Die Shoshone bekommen ein fruchtbares Reservat in Wyoming zugewiesen. Obwohl der Häuptling dem Farmerleben nichts abgewinnen kann - “Goddamn potato!, schimpft er - , läßt er sein Volk die Landwirtschaft lernen und schickt die Kinder zur Schule, ganz wie Washington es wünscht. Doch selbst dieser treue Verbündete wird getäuscht: Um 1880 müssen die Shoshone einen Teil ihres Reservates ausgerechnet an ihre ärgsten Feinde, die Arapaho, abtreten. Erst 1938, fast 40 Jahre nach Washakies Tod, wird der Stamm von der US-Regierung für das verlorene Land entschädigt.
Chief Joseph Die Zeitungen nennen ihn wegen seines strategischen Genies respektvoll den indianischen Napoleon - doch ein Feldherr hat Chief Joseph (ein Christ, den die Indianer Hinmatówyalahtquit nennen, Donner zieht auf über dem Land) nie sein wollen. Der Krieg ist ihm aufgezwungen worden: Nach der Ermordung mehrerer Siedler durch drei junge Nez Percé ist er aus Sorge vor Vergeltung im Sommer 1877 mit 700 Stammesangehörigen in die Berge Montanas geflüchtet. Die Army verfolgt den Treck, doch Chief Joseph kann sie durch taktische Meisterleistungen abschütteln: Mal umzingelt er mit 100 Kriegern 600 Kavalleristen, bis seine Leute entkommen können, mal läßt er nachts die Packmulis der Soldaten auseinanderjagen. In 115 Tagen legen die Flüchtlinge mehr als 2500 Kilometer zurück, müssen sich schließlich aber doch ergeben. 431 Überlebende werden in ein Reservat in Oklahoma gezwungen, 70 davon sterben unterwegs. Erst 1885 können dann noch 118 von ihnen zurück zu ihrem Stamm nach Idaho. Chief Joseph aber wird in ein Reservat an die kanadische Grenze verbannt. Dort stirbt er am 21. September 1904 - seinem Arzt zufolge an gebrochenem Herzen.
Quanah Parker Quanah Parker ist ein Halbblut. Seine Mutter, die Weiße Cynthia Ann Parker, war im Kindesalter von Kwahadi-Comanche entführt worden und erst mit 30 Jahren 1862 von Texas-Rangers gegen ihren Willen zu den Eltern zurückgebracht worden. Schon als 15-Jähriger schließt sich sich Quanah Kriegern auf deren Raubzügen an der Grenze zwischen Texas und Mexiko an und wird schon bald einer der Anführer. Sie überfallen Siedlungen und Forts, rauben Vieh und sammeln Skalps. Doch als 700 Kwahadi 1874 die Schlacht von Adobe Walls gegen nur 28 weiße Bisonjäger verlieren, erkennt Quanah, daß die Indianer keine Chance haben gegen die Weißen mit den überlegenen Gewehren. 1875 geht er ins Reservat, lernt bei der Familie seiner Mutter Englisch und den Anbau von Baumwolle, gibt sein Wissen an die Indianer weiter. Er wird Sheriff, Schulvorsteher und Richter, gewinnt Präsident Theodore Roosevelt zum Freund und wird Mitbegründer der Native American Church - einer Synthese von Christentum und indianischen Religionen. 1911 stirbt Quanah Parker, der letzte Kriegshäuptling der Comanche, als angesehener Mann.
Red Cloud Seinen Namen verdankt Red Cloud (Mahpiya Luta) einem Meteoriten, der in seiner Geburtsnacht einen Schwarm roter Wolken an den Himmel gemalt hat. Schon als junger Krieger überfällt er Siedler und Goldschürfer, läßt Telegrafenmasten niederreißen und Poststationen stürmen. Im Dezember 1866 erobert Red Cloud, nunmehr Häuptling der Oglala, mit 2000 Männern Fort Phil Kearny und läßt alle dort stationierten 80 Soldaten umbringen. Daraufhin zieht sich die Army 1868 zurück und überläßt den Indianern im zweiten Vertrag von Laramie einen Teil der großen Ebenen als Great Sioux Reservation. Da sich die Weißen jedoch nicht an den Vertrag halten, bricht der Krieg 1874 erneut aus. Red Cloud kämpft allerdings nur noch mit Worten: Angesichts der Übermacht der US-Truppen gibt er Waffengängen keine Chance mehr. Jüngere Stammesbrüder fühlen sich von ihm nun verraten. Doch weder ihre ersten Erfolge im Kampf gegen die Army noch Red Clouds Gespräche mit Präsident Ulysses S. Grant verhindern, daß die Sioux in immer kleinere Reservate gedrängt werden. 1909 stirbt der einzige Häuptling, der die US-Regierung im Westen jemals zum Rückzug gezwungen hat, verbittert und halb blind im Reservat.
Sitting Bull Indianisch Tatanka Yotanka (circa 1834-1890), Häuptling der Sioux (gespr. "Su"), geboren in der Gegend des Grand River im heutigen South Dakota. Unter der Führung von Sitting Bull, seit 1867 Häuptling, protestierten die Sioux gegen die Versuche der amerikanischen Regierung, ihr Land zu annektieren und sie zwangsweise in Reservate umzusiedeln. Am 25. und 26. Juni 1876 schlugen die Sioux zusammen mit anderen Stämmen eine Strafexpedition unter Oberstleutnant George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Bighorn. Obwohl Sitting Bull selbst nicht an der Schlacht teilgenommen hatte, wurde er und seine Männer von der US-Armee verfolgt, konnten jedoch über die Grenze nach Kanada fliehen. 1881 wurde ihm Straffreiheit zugesichert ; er kehrte in die Vereinigten Staaten zurück und ließ sich in einem Reservat nieder. Dort geriet er wieder in Konflikt mit den Weißen, die das Land aufkauften, das eigentlich den Sioux zugesprochen worden war. Mit dem Hintergedanken, Sitting Bull von dem Konfliktherd zu entfernen, erlaubte ihm die US-Regierung, sich der Wildwestshow von Buffalo Bill anzuschließen und ausgedehnte Reisen mit ihr zu unternehmen. 1889 kam er wieder ins Reservat zurück. Die bereits sehr angespannte Stimmung unter den Sioux spitzte sich durch die Prophezeiungen des neuen indianischen Messias Wovoka, daß ein Sieg über die Weißen errungen werde, noch weiter zu und drohte zu eskalieren. Um einen Aufstand zu verhindern, verhafteten Polizisten des Reservates am 15. Dezember 1890 Häuptling Sitting Bull und erschossen ihn, als Sitting Bulls Männer gegen die Verhaftung einschritten. Wenig später fand das Massaker am Wounded Knee statt.
Crazy Horse
Crazy Horse wurde im Herbst 1841 als Sohn eines Medizinmannes geboren. Sein indianischer Name lautete Tashunka Witko (wildes Pferd). Er gehörte zum Stamm der Oglala. Crazy Horse unterschied sich von seinen Stammesbrüdern durch eine ungewöhnlich helle Haut und durch hellbraunes Haar. Wie all seine Kameraden sollte er schon in frühester Kindheit tapfer sein und den Kriegern nacheifern. Schon als Junge nahm er an Kriegszüge gegen feindliche Stämme wie die Crows und den Shoshonen teil. Er prahlte jedoch nicht mit seinen Taten wie seine Kameraden, im Gegenteil, als junger Mann war er sehr bescheiden und zurückhaltend. Am 21. Dezember 1866 vernichtete Crazy Horse mit seinen Stammesbrüdern unter der Führung von Red Cloud den größten Teil der Besatzungstruppen von Fort Phil Kearny unter dem Kommando von Captain Fetterman. Diese Schlacht wurde bekannt als Fetterman-Massaker. Bei einer weiteren Schlacht, bei der Crazy Horse dabei war, widerfuhr dem Häuptling Red Cloud jedoch eine erbitterte Niederlage. Am 2. August 1867 griffen die Krieger eine Holzfällerkolonne an, die sich hinter einer Wagenburg verschanzt hatte. Obwohl die Indianer in der Überzahl waren, wurden sie von den Gewehrkugeln nieder gemäht. Das war möglich, weil die Holzfäller zur damaligen Zeit moderne Einzelladergewehre hatten, so genannte "Trap-Door-Springfield"-Gewehre, mit denen eine schnellere Schussfolge möglich war. Red Cloud war von dieser Niederlage schwer betroffen, und Crazy Horse wollte von nun an eine solche Ver-teidigungsstellung nicht mehr im Sturmangriff erobern. Die indianische Kriegsführung musste nach seiner Ansicht geändert werden. Er wollte in Zukunft seine Truppen schonen, und besann sich vorwiegend auf den alten Lockvogel-Trick, mit dem er in der Folgezeit einige Schlachten schlagen konnte. Am 17. Juni 1876 schlug Crazy Horse im Rosebud-Tal die Truppe des Bürgerkriegs- kämpfers General Crook, die sich aber mit Hilfe des Shoshonen-Häuptlings Washakie zurückziehen konnte. Am 25. Juni 1876 kam es dann zur berühmten Schlacht am Little Big Horn, bei dem Crazy Horse dank seiner jetzt überlegenen Kriegsführung zusammen mit Sitting Bull General Custers Kompanie vernichtend schlug. Nach dieser Schlacht musste Crazy Horse fliehen, da er jetzt von der US-Armee gejagt wurde.Am 8. Januar 1877 fand ein Kommando von General Nelson A. Miles das Lager von Crazy Horse. Er konnte jedoch fliehen. Aber der kalte Winter brachte ihm und seinen Gefolgsleuten nur Hunger, Durst und Erschöpfung. Daher ergab er sich schließlich zusammen mit 300 Familien. Er wurde im Red Cloud-Reservat bei Fort Robinson untergebracht. Als er sich bei dem Versuch ihn einzukerkern widersetzte - er soll angeblich einen Fluchtversuch unternommen haben - wurde er durch ein Bajonett hinterrücks erstochen.
Victorio
Victorio wurde um 1825 geboren und war Häuptling und Kriegsanführer der Warm Spring Apachen. Wie Mangas Coloradas, wollte er friedlich mit den Amerikanern zusammen leben. Nachdem Mangas Coloradas aber von den Weißen ermordet wurde, organisierte er den bewaffneten Widerstand gegen die Amerikaner. Obwohl Victorio sich dann bereits 1865 bereit erklärt hatte, Frieden zu schließen, weigerte er sich, mit seinem Volk in ein Reservat zu ziehen. Statt dessen führte er weiterhin einen Guerillakrieg gegen Siedler und Goldgräber. Erst 1877 war er bereit, sich und seine Leute in das San-Carlos-Reservat bringen zu lassen. Dieses Reservat erwies sich allerdings als eine trockene und höllische Einöde, wo die Indianer von den Soldaten drangsaliert wurden, und es immer an Nahrung fehlte. So beschloss er, sich mit 80 Anhängern aus diesem Reservat abzusetzen. Es folgten wieder einige Gefechte und Überfälle auf Siedler und Goldgräber. Nach einem strengen Winter, den die Indianer in den Mimbres Mountains verbracht hatten, ergaben sie sich schließlich im Frühjahr 1879. Sie erhielten daraufhin die Erlaubnis, sich in New Mexico anzusiedeln. Hier wurde gegen Victorio dann im Sommer 1879 eine alte Anklage wegen Pferde- diebstahls und Mordes erhoben, worauf er abermals mit seinen Anhängern die Flucht ergriff. Diesmal beschloss er, niemals wieder in ein Reservat zu gehen. Er richtete sich auf mexikanischem Gebiet auf einen Guerillakrieg gegen die US-Regierung ein. 15 Monate gelang es ihm, sich den amerikanischen Truppen zu widersetzten. Dann, am 14. Oktober 1880, wurde sein Lager von mexikanischen Truppen gefunden. Bei dem folgenden Feuergefecht wehrten sich die Krieger mit dem Mut der Verzweiflung, bis ihnen die Munition ausging. Dabei wurde Victorio und 77 seiner Krieger tödlich getroffen. Offiziell heißt es allerdings, er soll sich selber erschossen haben.
![linieind1_thumb[2]](http://tk2.storage.msn.com/y1pP-D5h6sSe4Y_d1lik5S-gfz2tWyGuAlJp4NiafdLwDXXGy03EIm0m0oM1pYwuo5j2OzZ_f3aObjIiC0u4DPsKw)
Black Kettle
Black Kettle (Schwarzkessel), sein indianischer Name war Moxtaveto, wurde um 1803 geboren. Er war Häuptling der Cheyenne. Black Kettle war zusammen mit White Antilope einer der wenigen Häuptlinge, die es vorzogen, Frieden mit dem weißen Mann zu schließen, und die sich nie etwas vom Krieg versprochen haben. So akzeptierten sie im Jahre 1861 den Bruch eines Vertrages von 1851. Durch diesen Vertrag wurde den Cheyenne und den Arapaho ursprünglich die Jagdgründe garantiert, durch die nun eine Reiseroute von Kansas nach Colorado führte. Anschließend gingen sie nach Washington, um sich mit Präsident Lincoln zu treffen. Dieser überreichte Black Kettle eine amerikanische Flagge, und White Antilope einen Friedensorden. Jedoch nicht alle Indianer-Häuptlinge stimmten diesem Vertragsbruch zu. Während einige nach Norden ins Powder-River-Land zogen, um sich dort mit den nördlichen Cheyenne zu verbünden, wandte sich Black Kettle mit ca. vierhundert Anhängern südlich des Akansas-River. Als es aber im Jahre 1864 zwischen US-Truppen und Indianern zu kleinen Gefechten kam, vermehrten sich die Gerüchte um einen Indianerkrieg. Daraufhin ging Black Kettle nach Denver und traf sich dort mit dem Gouverneur John Evans und dem MilitärBefehlshaber, Colonel John Chivington, denen er erklärte, dass er den Weißen Mann nicht zum Feind haben will, und das es ihm nur um eins geht, um Frieden. Beide sagten ihm zu, das er mit seinem Volk in der Nähe von Fort Lyon im südöstlichen Colorado das Lager aufschlagen kann, und das sie dort sicher sein werden. So zog Black Kettle in die vermeintliche Sicherheit zum Sand Creek. Am 27. November traf Colonel John Chivington jedoch mit seinem 3. Colorado Regiment in Fort Lyon ein, mit der Absicht, die Cheyenne zu überfallen. Dieser Mann, der für die Sicherheit der Cheyenne garantierte, befahl seinen Soldaten, keine Gefangenen zu machen und alle - ob jung oder alt - zu töten - Sand Creek Massaker. Trotz dieses Verrats unterschrieb Black Kettle am 14. Oktober 1865 im Namen der südlichen Cheyenne einen Vertrag mit der Regierung. Mit diesem Vertrag erklärte er sich einverstanden, sämtliche Rechte auf das Indianerland im Territorium Colorado aufzugeben. Zwei Jahre später - am 16. Oktober 1867 - handelte er am Medicine Lodge Creek ein Friedensabkommen aus, in dem er sich dazu verpflichtet in einem Reservat des Staates Oklahoma zu leben. Als Gegenleistung sollte er und sein Volk Nahrung, Kleidung und Unterkünfte bekommen. Im Spätherbst des Jahres 1868 schlug er dann sein Winterlager am Washita River auf. Viele junge Männer hatten ihn jedoch verlassen und sich den indianischen Widerstandskämpfer angeschlossen. Am 27. November 1868 sollte sich jedoch zeigen, dass der Vertrag von Mecicine Lodge Creek wertlos war. Am Morgen dieses Tages griff die 7. Kavallerie unter der Führung von Lieutenant Colonel Custer das Dorf am Washita River an. Auch hier wurden flüchtende Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Black Kettle und seine Frau wurden gleich zu Beginn des Überfalls von tödlichen Kugeln getroffen, als er den Washita River überqueren wollte. Sein Eintreten für Frieden und Freiheit und sein ständiger Glaube an das Gute, hat vielen Menschen seines Volkes das leben gekostet. Zweimal wurde er bitter enttäuscht, und beim zweitenmal mussten er und seine Frau für seine Bestrebungen selber mit dem Leben bezahlen.
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Satank
Satank, auch Sitting Bear genannt, wurde um 1810 geboren. Schon früh wurde er zum Häuptling der Kiowa gewählt. Im Jahre 1840 spielte er bei den Friedensverhandlungen zwischen den Comanchen, den Kiowas, den Kiowa-Apachen, den Cheyenne und den Arapahoes eine bedeutende Rolle. Hier wurde der "Große Frieden" zwischen den südlichen und nördlichen Stämmen beschlossen, um den Widerstand gegen den weißen Mann, der immer tiefer in das Land vorstieß, zu erhöhen. Dieser Widerstand vermochte aber nicht die Besetzung des Landes zu verhindern. Deshalb unterzeichnete Satank zusammen mit anderen großen Häuptlinge am 21. Oktober 1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek, den die Weißen aber schon bald brachen. Als sein Sohn 1870 getötet wurde, beteiligte sich Satank 1871 zusammen mit Satanta an mehrere Überfälle. Daraufhin wurden beide verhaftet und unter Mordanklage gestellt. Während des Transportes ins Gefängnis nach Texas, konnte Satank sich befreien, und stach dabei einen seiner Bewacher nieder. Bei der Flucht wurde er jedoch im Kugelhagel tödlich getroffen.
![linieind1_thumb[4]](http://tk2.storage.msn.com/y1pP-D5h6sSe4aBvZ-ONAXO6FeCWjDvuMfPWfBlTJXNCADg6dbbzRvxJvx-30MLwxK_AmAQ2oCddyin3HIrG3nb0Q)
Satanta
Satanta oder White Bear, um 1830 geboren, war ein bedeutender Kriegshäuptling der Kiowa. Er war ein hünenhafter und energiegeladener Mann, und stets heiter und gesellig. Satanta hatte einen kleinen "Rot-Tick". Bei wichtigen Anlässen, bei Verhandlungen oder im Gefecht, bemalte er seinen ganzen Körper mit roter Farbe. Auch sein Tipi hatte er rot angestrichen. Obwohl Satanta sich stets bemühte mit den Weißen auszukommen, schreckte er nicht davor zurück, gegen sie zu kämpfen. Bei den Friedensgesprächen von Medicine-Lodge-Creek am 21. Oktober 1867 beeindruckte er durch seine Redegewandtheit die Friedenskommissare so sehr, dass man ihm den Titel "Redner der Plains" übertrug. Dennoch unterzeichnete er den ihm dort vorgelegten Vertrag, der aber schon bald von den Weißen wieder gebrochen wurde. Aus diesem Grund verließ er schon bald das ihm zugewiesene Reservat. Am 17. Mai 1871 überfielen er und seine Krieger dann am Butterfield Trail zwischen den Forts Richardson und Belknap einen Vorratszug von zehn Wagen. Dabei töteten sie alle Männer und raubten ihnen alle Ausrüstungsgegenstände, wie Zelte, Gewehre und Maultiere. Zuvor durchritten eine Kolonne Soldaten unter der Führung von General William Sherman dieses Gebiet. Obwohl Satanta auch diese Kolonne hätte angreifen können, tat er es nicht, da ihm sein Medizinmann aufgrund einer Vision davon abriet. Als bekannt wurde, dass Satanta für diesen Überfall verantwortlich war, ließ General Sherman ihn kurzerhand verhaften. Er wurde ins Staatsgefängnis von Huntsville gebracht, jedoch im Jahre 1873 wieder freigelassen. Am 27. Juni 1874 beteiligte er sich dann an der Schlacht bei Adobe Walls, in der er zusammen mit über 700 Comanchen, Kiowa, Cheyenne und Arapaho 29 Büffeljäger angriff, die sich aber dank moderner Feuerwaffen erfolgreich verteidigen konnten. Daraufhin wurde Satanta ein zweites mal eingesperrt. Am 11. Oktober 1878 beging er durch einen Sprung von einem oberen Stockwerk des Gefängnishospitals Selbstmord.
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American Horse
American Horse wurde um 1830 geboren und war Häuptling der Oglala. Er wurde vor allem durch seine Freundschaft mit Sitting Bull bekannt, mit dem er neben Red Cloud und Crazy Horse in zahlreichen Gefechten im gesamten Sioux-Krieg kämpfte. So überfiel er beispielsweise auf Befehl Red Glouds am 1. August 1867 die Soldaten des Forts C. F. Smith, die gerade dabei waren, Heu einzuholen. Dabei mussten American Horse und seine Krieger aber eine erbitterte Niederlage hinnehmen, da die Soldaten mit für die damalige Zeit modernen Hinterladergewehren ausgerüstet war, und den Angriff erfolgreich abwehren konnte. Dieses Gefecht wurde als "Heufeld-Gefecht" bekannt und von den USA als überragender Sieg über die Indianer gefeiert, obwohl es wie viele andere Gefechte auch, keinen strategische Bedeutung hatte. Einen Tag später ereilte Red Cloud bei der "Wagenburg-Schlacht" übrigens das gleiche Schicksal. American Horse starb am 29. September 1876, als sein Dorf von einer Vorausabteilung unter der Führung von Captain Anson Mills überfallen wurde.
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Little Crow
Little Crow (in der Sioux-Sprache "Tshe-ton Wa-Ka-wa Ma-ni = Der Habicht, der im Gehen jagt") wurde im Jahre 1803 als Sohn einer angesehenen Häuptlingsfamilie geboren. Nachdem sein Vater bei einem Jagdunfall ums Leben kam, wurde er früh zum Häuptling der Medwakanton-Dakota gewählt. Little Crow hatte acht Frauen, die ihn zum Vater von zweiundzwanzig Kinder machten. Im Jahre 1851 unterzeichnete er den Vertrag von Mendota, durch den sich die Dakota verpflichteten, einen großen Teil ihres Landes in Minnesota an die USA abzutreten. Als Gegenleistung sollten sie Geld und Lebensmittel von der US-Regierung erhalten. Daraufhin zogen Little Crow und sein Volk in ein Reservat des südwestlichen Minnesota. Dort übernahmen sie die weißen Lebensgewohnheiten, nahmen den christlichen Glauben an, und hielten Frieden mit den Bleichgesichtern. Doch die Bezahlung blieb aus, da der nordamerikanische Bürgerkrieg finanziert werden musste. Im Gegenteil, die Lebensmittel, die von weißen Händlern zu überhöhten Preisen angeboten wurden, waren verdorben und mussten jetzt von den Indianer selbst bezahlt werden. Nachdem die Indianer auch noch von den Weißen verhöhnt wurden, indem sie ihnen zuriefen, "Sie sollen doch Gras fressen, wenn sie Hunger haben", stieg die Wut ins Unermessliche. In der Nacht vom 17. auf den 18. August des Jahres 1862 trafen sich alle östlichen Sioux-Stämme aus Minnesota an den Ufern des Geistersees zusammen, um über Krieg und Frieden zu verhandeln. Nachdem sich Little Crow dafür aussprach, das Kriegsbeil nicht auszugraben, wurde er von anderen Häuptlingen niedergeschrieen und als Feigling bezeichnet. So ließ er sich schließlich gegen seiner Überzeugung in den Krieg gegen die Weißen drängen, und übernahm mit anderen Häuptlingen sogar die Führung des sogenannten Minnesota-Aufstandes. Am Tage des 18. August fielen dann über 1000 Krieger über alle Weißen her, die sie aufstöbern konnten. Mehr als 1000 Farmer wurden an diesem Tag Opfer von Mord und Totschlag. Erst beim Angriff auf Fort Ridgeley und auf die Stadt Neu-Ulm konnte der Aufstand durch General Henry Hastings Sibley niedergeschlagen werden. Little Crow konnte daraufhin fliehen und setzte sich nach Westen ab. Über 300 Indianer wurden jedoch im Schnellverfahren zum Tode verurteilt, wobei aber nur 38 Todesurteile von Präsident Lincoln anerkannt wurden. Nachdem Little Crow am Devils Lake überwintert hatte, zog er in nördliche Richtung nach Kanada. Er hatte sich dazu entschlossen, sich den Prärie-Sioux anzuschließen. Dazu brauchte er aber Pferde, die er am Abend des 3. Juli 1863 in der Nähe der Siedlung Hutchinson von den Weißen rauben wollte. Dabei wurde er aber von einem Farmer bei einem Schusswechsel tödlich getroffen. Seine Rolle als Anführung des Minnesota-Aufstandes gefiel ihm von Anfang an nicht. Dennoch ließ er sich in diese Rolle drängen, um nicht als Feigling dazustehen.
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Roman Nose
Roman Nose oder auch Woquini wurde um 1850 geboren und war ein bekannter Krieger der südlichen Cheyenne. Als erbittertster Gegner der Weißen verließ er seine Heimat zwischen dem Smoky Hill und dem Republican River, und zog nach Norden ins Powder-River-Land. Dort schloss er sich dem Häuptling Red Cloud an, und beteiligte sich an verschiedene Kämpfe im "Red Cloud Krieg". So überfiel er beispielsweise im Juli 1865 eine Wagenkolonne am North Platte River und vernichtete den Begleitschutz bis auf den letzten Mann. Später zog es ihn jedoch wieder in seine Heimat zum Smoky Hill. Da am 14. April 1867 das Lager von Roman Nose von der US-Armee angegriffen wurde, weigerte er sich am 21. Oktober 1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek zu unterzeichnen. Am 17. September 1868 stand Roman Nose mit seinen Kriegern auf einen Hügel am Arikaree River, und beobachtete von dort aus einen Trupp Soldaten unter der Führung von Oberst G. A. Forsyth. Diese hatten nach einem zuvor geführten Gefecht mit Roman Nose auf eine Sandinsel im Fluss Schutz gesucht, wobei sie die getöteten Pferde als Deckung benutzten. Als die indianischen Krieger dann zum Angriff übergingen, konnten sich die Soldaten dank der damals modernen Spencer-Repetiergewehre erfolgreich verteidigen. Roman Nose wurde dabei so schwer verwundet, dass er noch in der selben Nacht an seinen Verletzungen verstarb.
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Rain in the Face
Rain in the face (Regengesicht) oder Ite o Magazu in der Sioux-Sprache, wurde 1835 als Sohn des Medizinmannes Wambli-luta (Roter Adler) am Cheyenne River in Nord-Dakota geboren. Einst hatte man ihm bei einem Messerkampf ins Gesicht geschnitten, wobei das Blut seine Kriegsbemalung verwischte. Daher bekam er den Namen Rain in the face. Schon mit zwanzig Jahren wurde er zum Kriegshäuptling der Hunkpapa-Krieger gewählt. Er nahm an zahlreichen Gefechten gegen die US-Armee teil. So auch am 21. Dezember 1866, als er mit Red Cloud und Crazy Horse eine Abteilung der US-Armee unter der Führung von William Fettermann in eine Falle lockte und diese bis auf den letzten Mann vernichtete. Als die Weißen auf der Suche nach Gold immer tiefer in das Gebiet der Black Hills eindrangen, setzte er sich ihnen gemeinsam mit Gall entgegen. Im Jahre 1874 wurde er auf der Standing-Rock-Agentur von Captain Tom Custer gefangen genommen und im Fort Abraham Lincoln eingesperrt. Custer behandelte seinen Gefangenen nicht besonders gut, er soll ihn sogar mit einer Reitpeitsche misshandelt haben. Rain in the face schwor daraufhin Rache, und einige Zeit später konnte er dann auch mit Hilfe von Sitting Bull aus seinem Verließ fliehen. Am 25. Juni 1876 kämpfte er zusammen mit Sitting Bull und Crazy Horse in der Schlacht am Little Big Horn. Hier konnte er nun seine blutige Rache nehmen, indem er Captain Tom Custer bei diesem Gefecht erschlug. Lange Zeit galt er auch als der Krieger, der den Bruder von Tom Custer, General G. Armstrong Custer, getötet haben soll. Im Jahre 1877 setzte er sich dann zusammen mit Sitting Bull nach Kanada ab, kehrte aber im September 1880 in die USA zurück, wo er sich dem General Nelson A. Miles ergab. Rain in the face starb am 12. September 1905.
Spotted Tail
Spotted Tail oder Sinte Galeska (Gefleckter Schweif) wurde um 1823 geboren und war ein bedeutender Häuptling der Brulé-Sioux. Seinen Namen verdankte er einem Trapper, der ihm einen Waschbärenschwanz schenkte, den Spotted Tail von da an immer als Kopfschmuck trug. Seine größte Zeit als Krieger hatte er in den Jahren 1835 bis 1855. In dieser Zeit soll er ca. 100 Skalps erbeutet haben. Als eine Truppe der US-Armee im Jahre 1855 das Dorf von Spotted Tail überfiel, wurde er gefangen genommen. Ein Jahr lang wurde er in Fort Leavenworth und Fort Kearney eingesperrt. Während dieser Zeit wurde ihm bewusst, das ein Krieg gegen die Weißen aussichtslos war. Von da an nahm er im Indianerkrieg an keiner Kampfhandlung mehr teil, bis auf einer Ausnahme: Im Jahre 1865 beteiligte er sich an dem Überfall auf Julesburg, der als einer von vielen Racheakten nach dem Sand-Creek-Massaker verübt wurde. 1868 war er dann einer von den Häuptlingen, die den Friedensvertrag von Fort Laramie unter- zeichneten. Aus dem Reservat heraus, in dem er und sein Volk nach einigem Zögern einzogen, unternahm er mehrere Delegationsreisen nach Washington. Im Jahre 1876 wurde er von General Crook zum Oberhäuptling der Red-Cloud- und Spotted Tail Agentur ernannt. General Crook war es auch, der ihn darum bat, Crazy Horse zu suchen, um ihn zur Kapitulation zu überreden. Spotted Tail sah Crazy Horse nicht als Freiheitskämpfer, sondern als Unruhestifter, der die Sioux nur ins Unglück gestürzt hatte. Er wurde auch für seine Dienste von der US-Regierung großzügig belohnt, was ihn innerhalb der Sioux-Stämme ins Zwielicht brachte. Nachdem er von der Regierung sogar ein kleines Haus geschenkt bekam, wurde er am 5. August 1881 von seinem Unterhäuptling Crow Dog (Krähenhund) erschossen.
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8月15日
Indianische Weisheiten
Wenn du ein Tier streichelst, dann nimmst du seinen Geist auf und teilst ihm den deinen mit. Die Liebe erlaubt diesen geheimnisvollen Kontakt der Seelen.
Nimm dir ein Beispiel an der Natur, selbst an der vom Menschen verwundeten und verwüststen. Sie ist das Herz deines eigenen Herzens.
Achte auf die Stille und bewahre sie, denn sie birgt alle Träume des Menschen.
Lerne mit einem Tier zu kommunizieren, wie du es mit deinen Brüdern tust. Beobachte es, sieh zu, wie es lebt, versuche, hinter seine Träume zu kommen. Stimme dich ruhigen Geistes auf das Tier ein und achte auf all seine Emotionen. Dann wird seine Seele sanft auf dich zugleiten. Es wird dir seine Liebe, aber auch seine Kraft schenken.
Der Tag geht zu Ende. Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein Paar davon behalte, die anderen wirf weg.
Wenn immer der rote Jäger auf seinen Streifzügen etwas erblickt, was eindrucksvoll und erhaben ist, verharrt er einen Augenblick in andächtigen Schweigen. Für ihn ist es nicht notwendig, einen von 7 Tagen zu heiligen, denn für ihn ist jeder Tag heilig. (Ohyesa , Sioux)
Lerne mit anderen Lebewesen zu sprechen - mit dem Baum, dem Bach, dem Tier. Sie sind andere Gestalten deiner selbst.
Der Friede stellt sich niemals überraschend ein. Er fällt nicht vom Himmel wie der Regen. Er kommt zu denen, die ihn vorbereiten.
Beten allein genügt dem Inneren Krieger nicht. Er muss die Worte in einen Berg verwandeln, in einen See, einen Fluss oder in einen Mustang. Wie er musst du lernen, die Wirklichkeit aus deinen Wünschen zu erschaffen. Dann werden sich die Worte “Glück”, “Ruhe”, “Seelenfrieden” in Landschaften der Seele verwandeln, und du wirst wahrhaftig in einer neuen Welt wohnen.
Lerne, langsam zu atmen und dir deinen Atem dabei in Form eines reinen und funkelnden Lichtstrahls vorzustellen. Diese Übung der Krieger der Powhatan vermittelt dir eine wunderbare Kraft
Ein Volk ist lange nicht erobert, wie die Herzen seiner Frauen stark sind. Dann aber ist es aus und vorbei - einerlei, wie mutig die Krieger und wie stark ihre Waffen auch sein mögen. (Cheyenne Redensart)
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr merken das man Geld nicht essen kann !!!! (Cree Indian)
Geh aufrecht wie die Bäume, Lebe dein Leben so stark wie die Berge, Sei sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der Grosse Geist wird immer bei dir sein. (Weisheit der Navajo)
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